Hochstammaktion: Sortieren der Jungpflanzen  
     
     
     
  Pflanzgrube ausheben  
     
     
     
  Nicht immer hängt die halbe Alb am Spaten  
     
     
     
  Wurzelschnitt  
     
     
     
  Pfahl und Baum setzen  
     
     
     
  Pflanzgrube auffüllen  
     
     
     
  Drahthose anbringen und Baum anbinden  
     
     
     
  Pflanzschnitt im Frühjahr  
     
     
     
  Abwarten ...  
     
 
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ANLEITUNG
  zur Pflanzvorbereitung und Pflanzung eines hochstämmigen Obstbaumes
   
 

Nachstehendes soll all jenen helfen, die diese Aufgabe zum ersten Mal vor sich haben. Das Studium der Anleitung soll aber auch das vorhandene Wissen des Fachmannes auffrischen.


1. Vorbereiten der Pflanzgrube

 
Ausheben
Nachdem die Pflanzstelle unter Berücksichtigung verschiedener Gesichtspunkte, wie zum Beispiel Flucht oder Abstand, eingeteilt und markiert ist, sticht man mit dem Spaten die Umrandung der Pflanzgrube ab. Die Grubengröße hat dabei einen Mindestdurchmesser von 80 cm oder eine vergleichbare Quadratgröße aufzuweisen.

Da sich die Pflanzgrube in der Regel im Grasland befindet, schält man zunächst die Grasnarbe mit einer scharfen Hacke möglichst dünn ab und lagert sie gesondert. Dann sticht man mit dem Spaten die oberste Bodenschicht aus und legt diese auf einer Grubenseite ab. Der Restboden dieser Schicht wird dazu geschaufelt. Anschließend hebt man den zweiten Spatenstich aus und deponiert ihn auf einer anderen Grubenseite. Die Grube ist jetzt etwa 40 cm tief. Man lockert mit dem Spaten oder besser mit dem Pickel die Grubensohle auf und zerkleinert die Schollen.

 
Pfahl setzen
Daraufhin wird unter Berücksichtigung der künftigen Baumlage der etwa 2,30 m lange Baumpfahl auf Richtung gesetzt und circa 30 cm in die Sohle eingeschlagen. Auf lotrechten Stand ist zu achten. Man platziert den Baumpfahl an der Südseite des künftigen Baumes. Dies vermindert im späten Winter oder im zeitigen Frühjahr Stammschäden, wie z. B. Risse, als Folge extremer Temperaturschwankungen von Tag zu Nacht bei entsprechender Sonneneinstrahlung. Im Schutz des Pfahles kann sich der Stamm nicht so sehr aufwärmen.
   
 


Grube befüllen

Daraufhin kann die Baumgrube unter Berücksichtigung folgender Gesichtspunkte wiederverfüllt werden: Man bringt zunächst den dünn abgeschälten Grasbewuchs an der Sohle ein. Bei der restlichen Verfüllung darf nicht der Fehler gemacht werden, dass der mit Kleinstlebewesen besiedelte erste Spatenstich zu unterst eingebracht wird.

Die ausgehobene Bodenschicht ist stets an der Stelle wiedereinzufüllen, der sie vorher entnommen wurde. Zu berücksichtigen ist zudem, dass nur an frostfreiem Wetter gepflanzt werden kann. Grobe Aushubschollen sind zu zerkleinern. Es wird also zunächst die Aushuberde des zweiten Spatenstiches eingefüllt.

Die eigentliche Pflanzerde, der beiseite gelegte erste Spatenstich, wird ebenfalls zerkleinert und folgendermaßen verbessert: Man mischt 2-3 Eimer gute Komposterde, alten verrotteten Mist oder Rindenhumus, sowie 500 g Hornspäne unter. Die untergemischten Humusstoffe bewirken ein besseres und beschleunigteres Anwachsen des Baumes.
Bezüglich eines Wurzelschnittes gibt es verschiedene Meinungen. Beschnitten werden nur die Wurzelteile, die beim Roden gequetscht oder beschädigt wurden. Vollkommen falsch ist eine Wurzelbeschneidung, damit der Baum in eine zu klein ausgehobene Grube passt. Insbesondere die dicken Wurzeln sind die wichtigsten Speicherorgane des Baumes, die reichlich mit wichtigen Reservestoffen belegt sind. Sofern Anschnitt erforderlich wird, stets ins gesunde, frischweisse Holz zurückschneiden, wobei die Schnittfläche stets nach unten zeigt.

 

2. Pflanzung
 
Es ist zu beachten, dass aller entnommene Aushub in die Grube zurückgebracht wird. Dabei ist es normal, dass die angefüllte Grubenoberfläche über dem umgebenden Gelände liegt. Sie wird sich im Laufe der Zeit mitsamt dem gepflanzten Baum absenken.

 
Pflanzhöhe und Abstand zum Pfahl
Wenn möglich, wird der Baum von einer Hilfsperson in die Pflanzgrube gehalten und dann die feine und verbesserte Pflanzerde des ersten Spatenstiches bis auf etwa 5 Schaufeln nachgefüllt. Der Baum wird dabei von der Hilfsperson ständig auf und ab gerüttelt, so dass die feine Pflanzerde zwischen den Wurzeln zu liegen kommt, Außerdem zieht man den Baum während des Rüttelns solange ständig nach oben, bis er seine richtige Höhenlage erreicht.

Zu achten ist ferner darauf, dass der Stamm nicht direkt am Pfahl anliegt. 4-fingerbreit Abstand sind ein Maß, das dem Stamm ein späteres, ungehindertes Dickenwachstum erlaubt.
   
  Bei fertig eingefüllter Pflanzgrube sollte die Veredlungsstelle 10-15 cm über Oberkante Pflanzerde sitzen. Die Veredlungsstelle ist als Stammverdickung über dem Wurzelansatz gut sichtbar. Da sich die Grube insgesamt absetzen wird, sitzt der Baum später dann in richtiger Höhenlage. Der Baum sollte aber auch nicht zu hoch sitzen, da er dann vielfach sein Leben lang kümmert.

Festtreten, Schlämmen, Anbinden
Schließlich wird der Baum mit der Fußspitze zum Stamm leicht festgetreten und mit mindestens 2 Kannen Wasser kräftig eingeschlämmt. Jetzt tragen wir die restlichen 5 Schaufeln Pflanzerde auf und bilden damit eine Gießmulde. Restarbeiten sind anschließend die Anbringung einer engmaschigen Drahthose und das Anbinden des Baumes am Pfahl über eine Achterschlaufe. Der Baumpfahl hat stets unterhalb der untersten Leitastverzweigung zu enden, da er ansonsten scheuert und Rindenschäden verursacht. Gegebenenfalls ist er entsprechend einzukürzen. Die Drahthose muss bis ins Erdreich reichen. Sie ist z. B. mit Krampen am Pfahl derart zu befestigen, dass ein Hochschieben durch Tiere verhindert wird, Auch die Höhe muss genügend sein, da ansonsten auch hier Verbissschäden möglich werden.

Günstig für das Bodenleben der obersten Schicht ist, wenn die Baumscheibe mit Rohkompost, Stallmist oder sonstigem organischem Material abgedeckt wird. Diese Lage darf jedoch nicht zu hoch geschüttet werden, so dass möglicher Mausbefall jederzeit kontrollierbar wird.

Pflanzschnitt, Düngung und Schutz vor Schädlingen
Der Pflanzschnitt erfolgt bei der Herbstpflanzung erst vor dem Austrieb, im zeitigen Frühjahr. Von Vorteil ist es, wenn die Baumscheibe zumindest im ersten Standjahr vom Bewuchs freigehalten wird. Beim eventuellen Hacken dürfen keine Wurzeln beschädigt werden. Außerdem darf vorerst kein Mineraldünger über die Wurzeln gebracht werden, da diese insbesondere bei chloridhaltigem Dünger sehr empfindlich reagieren. Eine Düngung mit Hornspänen oder Hornmehl ist jederzeit möglich. Dieser Art Dünger wird von Kleinstlebewesen aufbereitet und dann der Pflanze zur Verfügung gestellt, wofür allerdings längere Zeitspanne benötigt wird.
Von Bedeutung ist außerdem, dass der Baum in Trockenzeiten Wassergaben erhält. Sein Wurzelwerk ist noch nicht so ausgebildet, dass er dies tieferen Schichten entziehen kann. Trockenschäden können dann vermieden werden.

Wichtig ist auch die Beobachtung von Schädlingsbefall. Frostspanner- wie Lausbefall kann bereits im ersten Standjahr zu schweren Folgeschäden führen, vom Mausschaden ganz abgesehen.


  Eigentlich dürfte jetzt nichts mehr schief gehen, oder...?
Viel Erfolg und Freude wünscht Ihnen der Obst- und Gartenbauverein Bissingen an der Teck!

 
Die Pflanzanleitung zum Download als PDF finden Sie hier
  Hochstamm-Pflanzanleitung des OGV-Bissingen
   
   
               
 
 
   
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